Wiedereinführung und Weiterentwicklung des „Runden Tisch Gastronomie & Handel“
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher, zu Beginn dieser Amtszeit hat der Gemeinderat – auf ausdrücklichen Wunsch mehrerer Fraktionen, darunter auch wir Freie Wähler – die Wiedereinführung des Runden Tischs Gastronomie beschlossen. Dieses Signal war richtig, notwendig und überfällig.
In Ihrem Antwortschreiben vom 29.11.2024 wurde mitgeteilt, dass dieser Austausch in regelmäßigen Abständen stattfinden wird. Leider hat sich seit diesem Beschluss wenig bewegt: der Runde Tisch hat bislang nur ein einziges Mal getagt und ist danach faktisch wieder zum Erliegen gekommen.
In einer Phase, in der Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie gleichzeitig unter hohen Kosten, veränderten Kundenströmen, Baustellenbelastungen und strukturellen Herausforderungen leiden, darf die Stadt Ulm diese Branchen nicht alleinstehen lassen. Die Gewerbetreibenden sind das pulsierende Herz unserer Innenstadt, sie sind Arbeitgeber, Lebensqualitätsstifter und entscheidende Standortfaktoren. Genau deshalb braucht es einen verlässlichen Dialog – nicht einmal, sondern regelmäßig und ernsthaft.
Wir Freie Wähler Ulm beantragen daher die erneute und verbindliche Wiedereinführung des „Runden Tisch Gastronomie & Handel“ und zugleich seine Erweiterung um Vertreter des Handels und der Hotellerie, damit alle betroffenen Akteure an einem Tisch sitzen und frühzeitig Lösungen entwickeln können.
Wir erwarten, dass der Runde Tisch künftig viermal pro Jahr, also einmal pro Quartal, tagt. Ein solcher Rhythmus ist angemessen, realistisch und notwendig, um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen und Probleme nicht erst dann zu besprechen, wenn sie bereits verfestigt sind.
Für das erste Treffen im Frühjahr 2026 schlagen wir als Schwerpunktthema vor: „Auswirkungen der Sperrung der B10 auf Gastronomie, Handel und Hotellerie — mit besonderem Blick auf das Weihnachtsgeschäft.“
Die vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, wie sensibel Besucherströme, Umsätze und Kundenverhalten auf Erreichbarkeit und Baustellen reagieren. Gerade die Weihnachtszeit ist für viele Betriebe die wichtigste Phase des Jahres. Es ist unsere Pflicht als Stadt, gemeinsam mit den Betroffenen zu analysieren, welche Folgen die Maßnahmen hatten, welche Entwicklungen sichtbar wurden und welche konkreten Unterstützungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Der Runde Tisch soll kein symbolisches Gremium sein, sondern ein echtes Arbeitsinstrument: ein Ort für ehrlichen Austausch, schnelle Rückmeldungen, realistische
Lösungsansätze und eine direkte Verbindung zwischen Verwaltung und Gewerbetreibenden. Denn eines ist klar: Die Stadt Ulm lebt von ihren Unternehmerinnen und Unternehmern und die Stadt trägt Verantwortung dafür, sie in schwierigen Zeiten nicht im Stich zu lassen.
Wir bitten daher um die zeitnahe Festlegung eines ersten Sitzungstermins im Frühjahr 2026 und um die verbindliche Neuetablierung des Runden Tischs als dauerhaftes Dialog- und Handlungsgremium.
Mit freundlichen Grüßen
Leo Baumholzer – Klaus Kopp – Oliver Bumann – Dr. Gisela Kochs – Reinhard Kuntz – Norbert Nolle – Anngritt Scheuter – Steffen Grünvogel
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