Sicherheitsmaßnahmen im Alten Friedhof Ulm

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher, der Alte Friedhof in Ulm hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend zu einem Brennpunkt entwickelt. Bürgerinnen und Bürger, Anwohner sowie Besucher berichten von unsicheren Situationen, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden.

Wiederholt wurden Fälle von Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum, Vermüllung und Belästigungen beobachtet. Das Sicherheitsgefühl vieler Ulmerinnen und Ulmer ist dadurch deutlich beeinträchtigt.

Die Situation ähnelt in vielen Punkten der Problemlage im Alten Botanischen Garten in München, wo die Stadt gemeinsam mit der Polizei und sozialen Trägern ein umfassendes Sicherheits- und Ordnungskonzept umgesetzt hat. Dieses hat bereits spürbare Verbesserungen bewirkt und könnte als Vorbild für Ulm dienen.

Wir beantragen deshalb, dass die Stadtverwaltung Ulm ein integriertes Sicherheitskonzept für den Alten Friedhof Ulm entwickelt, das sich am
Münchner Modell orientiert.

Insbesondere sollten folgende Maßnahmen geprüft und – soweit rechtlich möglich – umsetzt werden:

  • Einführung von Alkohol- und Drogenverboten (Konsum und Mitführung) im Alten Friedhof.
  • Waffen- und Messerverbot im gesamten Areal.
  • Verstärkte Polizeipräsenz und regelmäßige Kontrollen durch Stadt und Polizei.
  • Videoüberwachung an sicherheitsrelevanten Punkten, insbesondere in schlecht einsehbaren Bereichen.
  • Verbesserung der Beleuchtung sowie Rückschnitt von Sträuchern und Gebüsch zur Erhöhung der Sichtbarkeit.
  • Entfernung von Objekten, die regelmäßig für problematisches Verhalten genutzt werden (z. B. versteckte Sitzgelegenheiten, schwer einsehbare Bereiche).
  • Aufwertung und Belebung des Parks durch kulturelle und soziale Angebote (z. B. kleine Veranstaltungen, Café-Kiosk, Spiel- oder Sportelemente).
  • Verstärkung der Sozialarbeit in Kooperation mit freien Trägern, um Betroffene zu erreichen und Konflikte zu entschärfen.

Um die Maßnahmen zu koordinieren und regelmäßig zu evaluieren, empfehlen wir eine Task-Force „Alter Friedhof Ulm“ einzurichten, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Stadtverwaltung, Polizei, Sozialarbeit, Ordnungsamt und Politik.

Ziel dieser Maßnahmen ist es,

  • den Alten Friedhof wieder zu einem sicheren und lebenswerten Ort für alle
    Bürgerinnen und Bürger zu machen,
  • insbesondere Kinder, Familien und ältere Menschen besser zu schützen,
  • und die öffentliche Ordnung dauerhaft zu stärken.

Dringlichkeit:Angesichts der aktuellen Entwicklung ist schnelles Handeln notwendig, um weiteren negativen Entwicklungen vorzubeugen und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. Das Münchner Beispiel zeigt, dass entschlossenes, abgestimmtes Vorgehen in Kombination mit sozialer Arbeit und städtebaulichen Verbesserungen nachhaltige Wirkung erzielt.

Mit freundlichen Grüßen
Leo Baumholzer – Klaus Kopp – Oliver Bumann – Dr. Gisela Kochs – Reinhard Kuntz – Norbert Nolle – Steffen Grünvogel

21.10.2025

 


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