Archive: Mai 2026

12. Mai 2026

Erhöhung der Mülleimerdichte und Anpassung der Entsorgungskapazitäten im Stadtgebiet

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher, Sauberkeit im öffentlichen Raum ist eine zentrale Voraussetzung für Lebensqualität und Aufenthaltsqualität in unserer Stadt. Sie erfordert neben Sensibilisierung auch eine bedarfsgerechte und funktionierende Infrastruktur.

In verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets zeigt sich, dass die vorhandene Anzahl an öffentlichen Abfallbehältern nicht ausreicht. Teilweise fehlen Mülleimer in stark frequentierten Gassen und Aufenthaltsbereichen, was zu vermeidbaren Vermüllungen führt.

Wir beantragen daher eine Erhöhung der Mülleimerdichte im gesamten Stadtgebiet, insbesondere in der Innenstadt und an stark frequentierten öffentlichen Orten.

Ergänzend sollte geprüft werden, ob an besonders belasteten Standorten größere bzw. höher kapazitive Abfallbehälter eingesetzt werden können, um Überfüllungen zu vermeiden. Ebenso regen wir an, die Leerungsintervalle bedarfsgerecht zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Das bestehende Konzept der Gitterboxen, beispielsweise auf der Donauwiese, hat sich als wirksam erwiesen und sollte auf weitere geeignete Park- und Aufenthaltsflächen mit hoher Nutzungsfrequenz ausgeweitet werden.

Ziel ist eine spürbare Verbesserung der Sauberkeit und Aufenthaltsqualität im gesamten Stadtgebiet durch eine an den tatsächlichen Bedarf angepasste Entsorgungsstruktur.

Wir bitten um Prüfung und Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen

Leo Baumholzer – Klaus Kopp – Dr. Gisela Kochs – Reinhard Kuntz – Norbert Nolle – Steffen Grünvogel – Anngritt Scheuter – Oliver Bumann

 


12. Mai 2026

Ausweitung von Begrünungs- und Aufenthaltsmaßnahmen in der Innenstadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ansbacher, gerade in Zeiten umfangreicher Baumaßnahmen ist es entscheidend, die Aufenthaltsqualität in unserer Innenstadt aktiv zu stärken. Eine attraktive, einladende Umgebung ist ein wichtiger Faktor für Besucher, Kunden und Bürger gleichermaßen.

Die in der Walfischgasse bereits eingesetzten Blumenkübel zeigen, dass bereits mit einfachen Maßnahmen eine spürbare Aufwertung erreicht werden kann. Sie bringen Grün in die Innenstadt, schaffen Atmosphäre und werden positiv angenommen.

Wir beantragen daher, dieses bewährte Konzept gezielt auszuweiten und in weiteren Fußgängerzonen sowie verkehrsberuhigten Bereichen zusätzliche Begrünungselemente aufzustellen. Eine Nutzung von Parkflächen ist dabei ausdrücklich nicht vorgesehen. Dabei sollte geprüft werden, ob diese Elemente zugleich mit Sitzgelegenheiten kombiniert werden können, um die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen.

Ergänzend ist darzustellen, in welchem Umfang bestehende Mittel aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit für diese Maßnahmen eingesetzt werden können. Darüber hinaus bitten wir um Prüfung, ob die Begrünungsmaßnahmen bereits als vorbereitende Werbe- und Imageelemente im Kontext der Landesgartenschau genutzt werden können und inwieweit eine (Teil-)Finanzierung über die zuständige Durchführungsgesellschaft möglich ist.

Mit gezielten, kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen können wir ein klares Signal zu setzen, dass die Innenstadt auch während der Bauphase attraktiv, lebendig und
einladend ist und zum Verweilen einlädt.

Wir bitten um zeitnahe Prüfung und Umsetzung.

Mit freundlichen Grüßen

Leo Baumholzer – Klaus Kopp – Dr. Gisela Kochs – Reinhard Kuntz – Norbert Nolle – Steffen Grünvogel – Anngritt Scheuter – Oliver Bumann

 


5. Mai 2026

Strategien gegen Einsamkeit

Redebeitrag im Gemeinderat am 29. April 2026

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin und Herren Bürgermeister,
liebe Kolleg*innen und Zuhörende,
liebe Frau Waschler,
vielen Dank für Ihren Bericht und mehr noch für die zugrundeliegenden Initiativen von Ihrer Seite sowie auch allen anderen Beteiligten.

Als sich im Jahr 2019 die Ulmer Denkanstöße mit dem Thema Einsamkeit  befassten, empfand ich das als sehr interessant und mit Blick auf individuelle Schicksale auch wichtig, die große gesellschaftspolitische Bedeutung wurde  in vollem Umfang aber erst mit der Pandemie und in den letzten Jahren deutlich. Seitdem erscheinen zunehmend Berichte in der Presse darüber sowie Studien, Veröffentlichungen und Vorträge und das Thema gewinnt an Relevanz.

Die Zahl betroffener Personen, wie 30% moderat und 8% stark an Einsamkeit Leidender, über die die Bertelsmann-Stiftung berichtet und insbesondere die noch höhere Quote der Betroffenen im Kindes- und Jugendalter sowie der jungen Erwachsenen im Alter bis 30 Jahren sind erschreckend.

Erschreckend in erster Linie, weil damit ein Leiden für jeden einzelnen betroffenen Menschen verbunden ist.

Zunehmend gelangen auch die Folgen dieses Phänomens in die öffentliche Wahrnehmung – Einsamkeit macht krank, sowohl psychisch wie physisch. Das Risiko psychischer Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen bis hin zu erhöhter Suizidalität steigt, zum Teil auch schon im Jugendalter. Auch das Risiko für somatische Krankheiten, z.B. Herz- Kreislauferkrankungen wie hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Apoplex oder auch für Diabetes nimmt bei länger andauernder Einsamkeit zu. Dies ist nicht nur für die betroffenen Menschen eine große Last sondern auch für die Gesellschaft.

Sie haben wahrscheinlich alle die Zahlen in dieser Verwaltungsvorlage über die hohen gesundheitsökonomischen Kosten infolge von chronischer Einsamkeit gelesen, die auf Schätzungen in den USA und dem Vereinigten Königreich beruhen. Auch wenn keine entsprechenden Daten zu Deutschland vorliegen, so ist davon auszugehen, dass auch hier die entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten durch Krankheiten und Produktivitätsverluste ganz erheblich sind. KI vermutet Milliardenhöhe.

Für uns ist auch nachvollziehbar, welche Gefahren für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sich dadurch entwickeln  –  wie durch den mit Einsamkeit verbundenen sozialen Rückzug und den Vertrauensverlust gegenüber Mitmenschen und Institutionen eine Abwendung von unserer Gesellschaft entstehen kann, die die Flucht in Verschwörungstheorien und radikale Strömungen wahrscheinlicher macht.

Aus all diesen Gründen begrüßen wir, dass Ulm die Einsamkeit als gesamtgesellschaftliches Problem erfasst hat und Maßnahmen dagegen als ihre Aufgabe sieht. Wenn ich hier „Ulm“ sage, dann meine ich damit nicht nur die Verwaltung sondern auch die vielen Gremien, Organisationen, Verbände, Unternehmen und Initiativen des großen Netzwerks.

Wir als Freie Wähler unterstützen die präventiven Maßnahmen, die schon auf den Weg gebracht worden sind und noch folgen müssen.

Schon lange verfolgen wir als Stadt die Stärkung der Nachbarschaften mit unserer Sozialraum- und Quartiersentwicklung, niederschwelligen Begegnungsorten und Nachbarschaftshilfen, die sowohl individuell ausgerichtet als auch mit Gruppenangeboten auf die Menschen zugehen und soziale Kontakte ermöglichen. Vereine, Verbände und Initiativen bieten viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren und dadurch mit anderen Menschen in Verbindung zu sein und sich dabei als nützlichen Teil der Gruppe zu erleben. Eine wichtige Rolle in Hinblick auf bürgerschaftliches Engagement und die Vermittlung in unterschiedlichste Ehrenämter nimmt auch die Freiwilligenagentur „Engagiert in Ulm“ ein.

Wie die ansteigenden Zahlen Betroffener zeigen, reicht das aber nicht aus.

Die vorhandenen sozialräumlichen Strukturen müssen optimiert werden, um Menschen schon frühzeitig sozial einzubinden. Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und Sensibilisierung aller Teile unserer Bürgerschaft und zielgruppenspezifische Angebote, die möglichst viele Gruppen unserer Gesellschaft ansprechen und erreichen, müssen verstärkt werden. Netzwerke müssen für Synergien und breite Informationsvermittlung sorgen.

Daher begrüßen wir sehr die in unserer Stadt initiierten Aktivitäten – angefangen beim Netzwerk Einsamkeit und der Plattform „Ulm trifft sich“, über Informations- und Vortragsveranstaltungen wie den Fachtag zum Thema Einsamkeit bis hin zu Projekten, die zu gemeinschaftlichen Aktivitäten aufrufen wie „Gemeinsam unterwegs“  und „Gemeinsam genießen in Ulm“.

Als sehr sinnvoll empfanden wir die große Umfrage, in denen Ulmer Organisationen nach ihren Angeboten und Begegnungsorten befragt wurden – eine Bestandsaufnahme des Vorhandenen bietet Möglichkeiten für Vernetzung und Vermittlung auch in Hinblick auf neue Angebote.

Einen weiteren Aspekt der kommunalen Aktivitäten möchten wir gerade in Zeiten knapper Kassen nicht unerwähnt lassen: wir begrüßen es sehr, dass es gelungen ist, für einige der genannten Aktivitäten Fördermittel zu akquirieren wie Zuschüsse aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmittel.

Abschließend noch einmal herzlichen Dank an Sie für diesen Bericht, an alle Beteiligten für ihre tolle Arbeit und an Sie alle für Ihre Aufmerksamkeit!

Dr. Gisela Kochs, FWG-Stadträtin
29.04.2026

 

 

 


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